Adduktorenverletzungen: Ursachen, Prävention und Behandlung

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Adduktorenverletzungen treten häufig bei Mannschaftssportarten wie Fußball auf und führen oft zu Trainings- und Spielausfällen. Dies wirft Fragen auf: Warum sind einige Spieler häufiger betroffen als andere? Wie können solche Verletzungen verhindert werden?

Allgemeines

Leistenschmerzen sind im Fußball weit verbreitet und betreffen sowohl Profis als auch Amateure. Die Hüft- und Beckenregion wird durch zahlreiche Muskeln stabilisiert, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Verletzungen der unteren Extremitäten sind bei Fußballspielern häufig, insbesondere auf der dominanten Seite, die ein 1,6-fach höheres Risiko aufweist (DeLang et al., 2021). Muskelverletzungen werden in verschiedene Schweregrade eingeteilt, von leichten Flüssigkeitsansammlungen bis zu kompletten Rissen (Weber et al., 2013).

Wer ist betroffen?

Leistenverletzungen machen 4 % bis 19 % aller Verletzungen im Männerfußball aus. Auf Eliteebene sind 14 % bis 17 % aller Spieler betroffen. Besonders häufig sind die Adduktoren betroffen, die bei 35 % der Leistenverletzungen eine Rolle spielen. Die Wiederverletzungsrate liegt bei 29 % (Harøy et al., 2018). Adduktorenverletzungen treten bei 0,8 bis 0,4 Verletzungen pro 1.000 Stunden Spielzeit auf (Núñez et al., 2020).

Ursachen der Symptome

Die Leistenregion ist ein komplexes Geflecht aus Bändern, Sehnen, Muskeln und anderen Strukturen. Muskelverletzungen der Adduktoren, Hüftbeuger oder Bauchmuskulatur sind die häufigsten Ursachen für Leistenschmerzen. Andere mögliche Ursachen sind Schambeinentzündungen, femoroacetabulares Impingement, Stressfrakturen oder Leistenbrüche (Lenz et al., 2022; Weber et al., 2013). Die Diagnose erfolgt durch spezielle Tests und bildgebende Verfahren wie Ultraschall und MRT (Weber et al., 2013).

Prävention

Eine hohe Wiederverletzungsrate von 29 % nach Adduktorenverletzungen zeigt die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen (Núñez et al., 2020). Ein gezieltes Adduktorentraining kann das Risiko für Leistenschmerzen um 41 % reduzieren (Smakal et al., 2021). Ein Kraftdefizit von 10 % oder mehr zwischen den Beinen ist ein Risikofaktor für Verletzungen. Regelmäßiges Krafttraining der Adduktoren, z.B. durch den Copenhagen Adductor, kann die Verletzungsrate signifikant senken (Harøy et al., 2018).

Umgang mit Verletzungen

Bei Adduktorenverletzungen ist eine rasche und intensive Behandlung wichtig. Ein progressives Rehabilitationsprogramm verhindert Wiederverletzungen. Aspetar, ein medizinisches Institut für Sportmedizin, hat hierfür Zwei-Vier-Stufen-Protokolle entwickelt, die die Belastbarkeit der Adduktoren und die Laufprogression schrittweise erhöhen. Das Trainingsprotokoll wird anhand der Schmerzskala gesteuert und soll ohne Schmerzmittel durchgeführt werden. Beide Protokolle müssen abgeschlossen sein, bevor der Athlet zum Sport zurückkehrt (Weber et al., 2013).

In seltenen Fällen können Adduktorenverletzungen langfristige Beschwerden verursachen. Eine Übersichtsstudie empfiehlt für die konservative Behandlung Kräftigungsübungen, Manuelle Therapie und Prolotherapie (Bisciotti et al., 2021).

Fazit

Adduktorenverletzungen sind ein häufiges Problem in Mannschaftssportarten. Präventionsprogramme können das Verletzungsrisiko erheblich senken. Bei vorhandenen Verletzungen ist eine schnelle und gezielte Rehabilitation entscheidend.

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Quellenangaben:
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    2. Branci, S., Thorborg, K., Bech, B. H., Boesen, M., Nielsen, M. B. & Hölmich, P. (2014). MRI findings in soccer players with long-standing adductor-related groin pain and asymptomatic controls. British Journal of Sports Medicine, 49(10), 681–691. https://doi.org/10.1136/bjsports-2014-093710

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    5. Harøy, J., Pope, D., Clarsen, B., Wiger, E. G., Øyen, M. G., Serner, A., Thorborg, K., Hölmich, P., Andersen, T. E. & Bahr, R. (2018). Infographic. The Adductor Strengthening Programme prevents groin problems among male football players. British Journal of Sports Medicine, 53(1), 45–46. https://doi.org/10.1136/bjsports-2018-099993

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    10. Weir, A., de Vos, R. J., Moen, M., Holmich, P. & Tol, J. L. (2009). Prevalence of radiological signs of femoroacetabular impingement in patients presenting with long-standing adductor-related groin pain. British Journal of Sports Medicine, 45(1), 6–9. https://doi.org/10.1136/bjsm.2009.060434